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Belle-Ile historisch

Eine reiche Geschichte

Es konnte nachgewiesen werden, dass die Insel mindestens ab 30 000 v. Chr. von Menschen besiedelt wurde und dies seit der Altsteinzeit ohne Unterbrechung. Das Bronzezeitalter war gekennzeichnet durch den Bau von Hügelgräbern und kleinen Grabhügeln, die in einigen Heiden von Belle-Île zahlreich vorkommen. Die Eisenzeit ist noch in der Küstenlandschaft anhand von befestigten Geländespornen erkennbar.

Die Veneter, ein keltischer Volksstamm der heutigen Südbretagne, welche die damals Vindilis genannte Insel bewohnten, wurden von Caesars Truppen besiegt. Die römische Besetzung von Armorika hinterließ jedoch auf Belle-Île nur wenig Spuren. Die Ankunft der Bretonen aus Großbritannien ab dem 5. Jh. n. Chr. beeinflusste endgültig die Toponymie der Insel. Deren Ansiedlung ist bezeugt durch den neuen Namen, den die Insel erhielt: Guedel.

 

Belle-Île, Zielscheibe zahlreicher Angriffe

Der Name Bangor kam von einem gleichnamigen Kloster in Wales und mehrere Orte benannten sich nach keltischen Heiligen. Die Mönche von Redon ergriffen Besitz von Belle-Île ab 1000 n. Chr. und organisierten die Besiedlung. Die Insellandschaft mit ihren Dörfern und offenen Feldern entstand ab dieser Zeit. Sie ist noch heute in den meisten Bereichen erhalten. Während des Mittelalters wurde die Insel oft von Piraten verwüstet, die eine schutzlose Bevölkerung vorfanden. Während zahlreicher Konflikte war Belle-Ile ein bevorzugter Standort von fremden Marinen. Die verschiedenen Eigentümer der Insel sind gezwungen, ein Wehrsystem gegen die Angriffe und Landungen einzurichten, um Ihr Hab und Gut zu schützen.

 

Im 14. Jh. errichtete die benediktinische Abtei von Quimperlé, die seit 1029 Eigentümer von Belle-Île war, ein erstes Fort zum Schutz vor feindlichen Einfällen von Piraten. Aber es schreckte nur wenig ab, denn im 15. und 16. Jh. setzen sich die Übergriffe fort.

 

Im Jahr 1572 wollte König Heinrich II. diese Wehrbauten verstärken: Er zwang die Mönche, die Insel gegen andere Ländereien zugunsten von Albert de Gondi einzutauschen. Letzteren beauftragte er mit dem Bau eines neuen Forts. Die Insel wurde zu einer Markgrafschaft und die Gondi entwickelten während beinahe einem Jahrhundert Landwirtschaft, Fischerei und Handel der Insel.

 

1658, erwarb der Finanzminister Nicolas Fouquet auf Betreiben von Ludwig XIV. die Markgrafschaft. Weniger als drei Jahre später ließ der König ihn verhaften und wurde nach einem Austausch von Ländereien mit der Familie des Finanzministers seinerseits Eigentümer der Insel. Ludwig XIV. bat Vauban die Insel zu befestigen und vertraute deren Verwaltung den Etats de Bretagne an. Nach einer kurzen Besetzung der Insel durch die Engländer (1761 – 1763) wurde das Land der Insel unter allen Einwohner aufgeteilt. Zu diesen kamen 1765 noch einige Hundert Akadier, die aus den englischen Gefängnissen freigelassen worden waren.

 

Der Tourismus, heutige Haupteinnahmequelle der Insel

Von der Revolution bis zum Ende des 19. Jh. gelangte die Insel durch die Entwicklung der Landwirtschaft (nach dem Beispiel der Familie Trochu), der Fischerei (mit der Entstehung von zahlreichen Fischkonservenfabriken) und des Schiffbaus (dank der Werften im hinteren Bereich des Hafens von Le Palais) zu Reichtum. Alle diese Aktivitäten kamen jedoch im Laufe des 20. Jh. allmählich zum Erliegen, sodass heute der Tourismus die wichtigste Einnahmequelle der Insel ist. Er gründet auf der Schönheit der Insel und einem bemerkenswerten, hauptsächlich militärischen Kulturerbe.

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